Lüüge, Tod und Tüüfel

Eine Komödie von R.W. Langer
Regie Hansruedi Nyffenegger

Ernsthafte Regisseure mögen keine Komödien. Punkt. Das Publikum schon. Das Drama gilt als die hohe Kunst des Theaters, Komödie als billig inszeniert und künstlerisch zweitklassig. Dabei ist es doch unend­lich viel schwieriger einen guten Lacher zu inszenieren, als etwa einen dramatischen Tod. Wer eine Pointe um eine Sekunde zu spät bringt, hat das Ganze ruiniert. Beim dramatischen Bühnentod rechnen wir eher in Minuten – oft Minuten tödlicher Langeweile. Ich liebe es, Komödien zu inszenieren – damit darf gerne gefolgert werden, dass ich kein ernsthafter Regisseur bin. In Komödien kann ich allen meinen kleinen, menschlichen Neigungen nachgeben. Was in einem grossen Drama fehl am Platz wäre – hier kann man es unge­niert ausleben: kleine Gemeinheiten, freche Dialoge, absurder Humor, schräge Gestalten, Slapstick, unverfrorene Frechheiten und Parodie -alles hat in einer guten Komödie Platz. Und das Beste: man hat es schon in den Proben ungemein lustig. Lüüge, Tod und Tüüfel tönt im Moment mal nach einem Mantel- und Degen-Film aus den Anfängen des Kinos oder zumindest nach einem Drama, gerade richtig für depressive Regisseure mit einem Hang zu schwarzen Klamotten und Alkohollebern. Das Stück ist aber in Wirk­lichkeit ein clever konzipiertes Stück mit gut gezeichneten Charakteren, einem sauber entwickelten Plot und einem mehrschichtigen Schluss. Es wird die ganze Zeit über auch ganz viel gelogen, es riecht nach Betrug, Tod und Polnischem Käse. Ansonsten ist es natürlich als Ko­mödie gänzlich ohne tieferen Sinn, künstlerisch wertlos und komplett anspruchslos für alle Beteiligten.